Spannende Fortbildungen mit NFL-Schiedsrichter Gary Arthur

MARL, 24. Februar 2015 – Während es bei den Football-Coaches in Deutschland durchaus üblich ist, amerikanische Experten zur Fortbildung des deutschen Nachwuchses einzufliegen, ist dies für die Schiedsrichter ein absolutes Novum. Entsprechend begeistert wurde das Angebot einer Fortbildung des AFCV NRW mit NFL-Schiedsrichter Gary Arthur von den hiesigen „Zebras“ auf- und angenommen.

Fünf Tage dauerte die Reise des Berufsschiedsrichters insgesamt und in dieser Zeit hatte Gary Arthur ein strammes Programm vor sich. Am vergangenen Freitag stand zunächst eine Clinic in der Geschäftsstelle des AFCV NRW auf dem Programm. Mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch viele Schiedsrichter aus anderen deutschen Landesverbänden, hatten sich dazu im Marler Seminarraum eingefunden.

Am Samstag und Sonntag durften dann die Teilnehmer des aktuellen Schiedsrichter B-Lehrgangs von den Erfahrungen Arthurs profitieren, der sich seinerseits über viele neue Freundschaftsanfragen auf Facebook freute. Ein Dankeschön gilt hier den Organisatoren des Lehrgangs vor Ort in Kerpen.

"Unser Angebot für die Schiedsrichter ist auf großen Zuspruch gestoßen", freut sich AFCV NRW Präsident Peter Springwald. "Das wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir solch einen Experten aus dem Mutterland des Football-Sports für unsere Aus- und Fortbildungen engagiert haben."

Zum Abschluss der Fortbildungsreise stand dann eine weitere Clinic im Süden NRWs auf dem Programm. Zu Gary Arthurs Vortrag in der Bowling Arena Spich in Troisdorf waren erneut mehr als 30 Schiedsrichter gekommen, darunter auch NRW-Lehrwart Heinz Sauer und Schiedsrichter-Obmann Stefan Plonka. Auch hier glänzte der Profi-Schiri mit der Nummer 108 auf dem Jersey mit seinem Fachwissen und der ein oder anderen Anekdote.

Wir hatten die Gelegenheit, Gary Arthur noch ein paar Fragen zu stellen:

AFCV NRW: Gary, wie bist du zum Schiedsrichten gekommen?

GARY ARTHUR: Ich habe gleich zu Beginn meiner College-Zeit meine Passion für das Schiedsrichten entdeckt. Dabei habe ich alle Sportarten mitgenommen, die mir vor die Pfeife kamen. Abgesehen davon, dass ich damit ein paar Dollar fürs Studium verdienen konnte, hat es mir von Anfang an richtig Spaß gemacht.

AFCV NRW: Wie hast du es in die NFL geschafft?

GARY ARTHUR: Das ist ein langer Prozess, der viel Ehrgeiz, Talent und auch ein wenig Glück erfordert. Man arbeitet sich nach und nach zur Profiliga vor. Ich hatte zum Glück sehr gute Mentoren, die mir auf meinem Weg weitergeholfen haben und mich nicht zuletzt durch ihre Tipps zu einem besseren Schiedsrichter gemacht haben. Als möglicher NFL-Kandidat stehst du zunächst mehrere Jahre unter Beobachtung und musst auf einem gleichbleiben hohen Niveau pfeifen. Mein persönliches Ziel ist es, in jedem Jahr mindestens ein Playoff-Spiel zu pfeifen. Ein Superbowl-Finale wie 2012 ist dann natürlich das Sahnehäubchen.

AFCV NRW: Beim Streik der NFL-Schiedsrichter 2012 wurden College-Schiedsrichter als Ersatz verpflichtet. Warum hagelte es so große Kritik? Waren die Leistungen wirklich so schlecht?

GARY ARTHUR: Man darf nicht vergessen, dass eine stabile Psyche und viel Erfahrung eine große Rolle spielen. Die NFL-Spiele werden landesweit übertragen und es steht eine Menge Geld auf dem Spiel. Diesen Druck muss man erst einmal aushalten können. Wenn nicht, passieren Fehler die dann jeder Amerikaner sonntags abends vor dem Fernseher live mitverfolgen kann.

AFCV NRW: Worin liegt der Unterschied für Schiedsrichter, ein College- oder ein NFL-Spiel zu pfeifen?

GARY ARTHUR: Ganz klar in der Geschwindigkeit des Spiels. Stell dir vor, in einem College-Team hast du vielleicht ein, zwei All American Spieler. In den NFL-Teams sind 95% der Spieler All Americans. Die Aktionen passieren in der NFL unglaublich viel schneller als im College. Das ist vielleicht der Grund dafür, dass Engagement und harte Arbeit für NFL-Schiedsrichter allein nicht reichen, sondern auch viel Talent dazugehört.

AFCV NRW: Zurzeit sind vier deutsche Footballer in der NFL aktiv. Könnte nicht auch ein deutscher Schiedsrichter in der NFL Karriere machen?

GARY ARTHUR: In der NFL wird es sicherlich schwer, da der Auswahlprozess für Schiedsrichter so lange dauert und die Bewerberzahlen insgesamt sehr hoch sind. Aber wenn die NFL vielleicht wieder ein Team dauerhaft in Europa installiert, könnten vielleicht auch die Schiedsrichter aus Europa kommen. Wer also in seinem Heimatland über längere Zeit Spiele auf hohem Niveau geleitet hat, käme da sicherlich als Kandidat in Frage.

AFCV NRW: Was macht eine gute Schiedsrichter-Crew aus?

GARY ARTHUR: Die Mitglieder einer Schiedsrichter-Crew müssen sich gegenseitig vertrauen. In der NFL arbeiten wir in der Regel immer mit den gleichen Leuten zusammen. Da lernt man sich über die Jahre natürlich gut kennen. So kann man sich gegenseitig unterstützen und auf dem Feld souverän agieren.

AFCV NRW: Vielen Dank für deine Zeit, Gary.

Stefan Plonka, Heinz Sauer, Gary Arthur und Peter Springwald (v.l.n.r.).

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